Über mich
Ich bin cis-weiblich, queer, weiß, nicht be_hindert, Mitte dreißig, kinderlos und mir darüber bewusst, dass mir meine gesellschaftliche Position viele Privilegien eröffnet, die nicht allen Menschen gleichermaßen zur Verfügung stehen.
Aufgewachsen bin ich in Norddeutschland in einem behüteten, mittelständischen Elternhaus. Meine Eltern haben beide nicht studiert und viel gearbeitet, um meiner jüngeren Schwester und mir ein stabiles Umfeld und gute Voraussetzungen zu ermöglichen. Diese Sicherheit hat mich getragen und mir früh gezeigt, wie prägend verlässliche Strukturen sein können.
Gleichzeitig war mein Weg von Brüchen begleitet. Der frühe Verlust eines Elternteils, depressive Phasen und wiederkehrende Herausforderungen haben mich bereits in meiner Jugend mit Fragen nach Halt, Zugehörigkeit und innerer Sicherheit konfrontiert. Ich bin durchs Schulsystem gerutscht, habe oft angeeckt und habe mich lange nicht verstanden gefühlt. Schon früh habe ich begonnen, Regeln und Strukturen zu hinterfragen. Getragen von einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und der Erfahrung, wie schmerzhaft fehlende Unterstützung sein kann.
Meine Gefühle waren lange überwältigend. Um zu funktionieren, habe ich sie verdrängt oder „gegessen“. Ich habe mich in meiner Familie früh verantwortlich gefühlt und mir Halt zunehmend außerhalb davon gesucht. In Beziehungen und besonders in Freund:innenschaften, die ich bis heute bewusst hoch priorisiere. Sie sind für mich Orte von Verlässlichkeit und Zugehörigkeit.
Auch meine Identität war lange ein innerer Aushandlungsprozess: die Akzeptanz meiner Queerness, das Verstehen meines Bindungsverhaltens und die eigene Balance zwischen Nähe und Distanz. Fragen nach Beziehung, Lebensentwürfen und dem, was ein gutes, lebenswertes Leben für mich bedeutet, begleiten mich bis heute.
Ich sehe mich nicht als „fertig“, sondern in einem lebenslangen Prozess, in dem ich immer weiter lerne, umlerne, neu entdecke und mitschwinge. Ich nehme meine Gefühle bewusster wahr, halte inne, bitte um Unterstützung und reflektiere alte Muster, wenn sie sich zeigen. Aus diesem Prozess entsteht meine Arbeit: achtsam, erfahrungsbasiert und mit dem Wunsch, Räume zu öffnen, in denen Menschen sich selbst ernst nehmen und ihren eigenen Weg finden können.
Meine Werte
und was sie für mich bedeuten
Respekt & Herzlichkeit
Ich bin überzeugt, dass wir uns jederzeit freundlich, respektvoll und wertschätzend begegnen können – selbst im Konflikt. Für mich gehört dazu, kurz innezuhalten, mich zu sortieren und einen Perspektivwechsel zuzulassen, bevor ich ungefiltert reagiere. Ich orientiere mich an der Gewaltfreien Kommunikation und dem Prinzip der Konstant positiven Unterstellung: Menschen versuchen in erster Linie, ihre Bedürfnisse zu erfüllen – nicht, anderen zu schaden.
Verantwortung & Zuverlässigkeit
Ich stehe zu meinem Wort. Verantwortung zu übernehmen heißt für mich, verbindlich zu handeln, Absprachen einzuhalten und auch dann präsent zu bleiben, wenn es unbequem wird.
Ich habe ein gutes Zeitmanagement, halte mich an vereinbarte Timings und gehe achtsam mit den Ressourcen anderer um. Und wenn etwas doch einmal nicht wie geplant klappt, kommuniziere ich das frühzeitig, klar und transparent.
Ehrlichkeit & Transparenz
Damit Menschen fundierte Entscheidungen treffen können, sollten sie möglichst den gleichen Zugang zu allen Informationen haben.
Ehrlichkeit und Transparenz bedeuten für mich, aufrichtig und klar zu kommunizieren, nichts bewusst zurückzuhalten und Verantwortung für meine Worte zu übernehmen. Ich begegne anderen so, wie ich mir selbst begegnet werden möchte.
Gerechtigkeit
Gerechtigkeit ist mein größter Antrieb und zugleich mein größter Pain Point. Ich wünsche mir eine Welt, in der alle Menschen faire Chancen haben. Besonders wichtig ist mir, dass Menschen mit mehr Privilegien diese reflektieren und bewusst nutzen, um andere zu unterstützen und Strukturen gerechter zu gestalten.
Selbstbestimmung
Selbstbestimmung bedeutet für mich Freiheit, Autonomie und Flexibilität. Ich möchte Entscheidungen bewusst treffen, meinen eigenen Rhythmus leben und Verantwortung für meinen Weg übernehmen – ohne unnötige Kontrolle oder starre Strukturen, die mir diese Freiheit nehmen.
Meine Haltung als Coach
Als Coach begleite ich Menschen in Phasen von Veränderung und Klärung in einem wertschätzenden, queerfreundlichen und machtkritischen Raum.
Meine Arbeit ist geprägt von Gewaltfreier Kommunikation, systemischen Perspektiven und der Haltung, Menschen mit Vertrauen, Klarheit und auf Augenhöhe zu begegnen.
Ich unterstütze vor allem FLINTA*-Personen dabei, sich selbst besser zu verstehen, Verantwortung für sich selbst und die eigenen Grenzen zu übernehmen und selbstbestimmte Wege zu entwickeln.
Kontakt
Du überlegst, mit mir zu arbeiten, möchtest aber erst einmal per Mail Kontakt mit mir aufnehmen? Nutze gern das Kontaktformular für dein Anliegen und ich melde mich bei dir zurück.